Linker AStA an der Uni Hamburg gewählt

Tuesday, 1. May 2012 2:13

An der Uni Hamburg hat in den Morgenstunden des 27.04. eine neue Ära begonnen. Die Zeit in der sich die reaktionäre “Juso Hochschulgruppe” an AStA-Koalitionen beteiligt oder diese dominiert, ist nach mittlerweile fast 5 Jahren erstmal zu Ende gegangen:
Am 27.04. wurden die Kandidaten der neuen Koalition aus CampusGrün, Regenbogen/AL, SDS, Geisteswissenschaften Liste und pirat*inn*en und offene liste in die verschiedenen Ämter und Aufgabenbereiche des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni gewählt.
Angekündigt wurde, dass jetzt zunächst u.a. einige Verträge mit vom AStA finanzierten ‚Start-Up‘-Unternehmen z.B. wie der Pferdestall GmbH (Vgl. hierzu – sehr aufschlussreich: “Markt & Knecht – die Pferdestall GmbH Studentische Kultur als Standortfaktor?”) gekündigt werden sollen. So werden Gelder frei, die für ein anderes Programm, erfolgreichere Semester-Ticket-Verhandlungen ebenso wie für eine aktivere Kooperation der Fachschaftsräte verwendet werden können…

Bemerkenswert – insbesondere im Vergleich zu den vorigen Jahren, in denen es vom AStA nicht für nötig gehalten worden war, ein Arbeitsprogramm vorzulegen – ist, dass bereits auf der Sitzung der Wahl ein 30-seitiges Koalitionspapier „Für einen politischen AStA“ vorgestellt wurde. Es ist auch online zu lesen:
http://www.asta-uhh.de/uploads/media/Koalitionsvertrag_2012.13_fuer_einen_politischen_AStA_01.pdf.

Gewerkschafter*innen aus Arbeiter*innenfamilien rausgemobbt

Diese Entwicklung scheint einigen nicht in den Kram zu passen. Dass das Prinzip des Diskurses, also dem gleichberechtigten Verhandeln von Argumenten, als Grundlage des Handelns einer Vielzahl von Parlamentarier_innen nicht besonders vertraut und eher intrigante Machtpolitik Mittel der Wahl ist, war mir bekannt.

Es ist aber schon bemerkenswert, wie in den letzten Tage auf dem – mittlerweile sehr schlecht moderierten – linken Nachrichten-Portal Indymedia (auf dem jeder Nutzer Artikel anlegen kann) versucht wird, eine Art Hetzkampagne gegen die Listen im neu gewählten AStA der Uni Hamburg zu starten:
Es habe Fälle von Behindertenfeindlichkeit, Mobbing, Bedrohungen und “ständige Rassismen” gegeben in einer “AStA-Koalition aus weißen Deutschen”, in der “Gewerkschafter*innen aus Arbeiter*innenfamilien“ und POCs (aka Menschen mit Migrationshintergrund) planmäßig und systematisch verdrängt würden, in der der SDS „kurzen Prozess“ mache und beim Klassenkampf von oben nach unten trete.
Das ist, stark gerafft, der Inhalte eines verhältnismäßig umfangreichen Artikels, der heute bei Indymedia Deutschland unter der Überschrift “[HH] Mit Mobbing und Rassismen in den AStA” erschienen ist.

Mit dem Text wird versucht, durch eine Aneinanderreihung von Klischees, Versatzstücken aus politischen Diskussionen und nacherzählten angeblichen Gerüchten diejenigen, die neuen AstA-Referent_innen und ihre Gruppen zu diffamieren: Bei Regenbogen säßen nur sexistische Chauvinistenschweine, der SDS mache „kurzen Prozess“ mit POCs und (da das BAE die neue Koalition mit trägt) die Liste Links sei antisemitisch und rassismusverharmlosend…

Ganz schön hinterhältig ist auch, wie Parlamentariern einer Liste die am jetzigen AStA beteiligt ist, unterstellt wird, sie hätten sich über die sexuelle Belästigung einer Studentin „in einem inzwischen gelöschten „Spass“-Beitrag auf indymedia lustig gemacht“. Diese Behauptung wird vor dem Hintergrund aufgestellt, dass in einem – mittlerweile gelöschten Beitrag – auf Indymedia im Gegenteil zwei namentlich genannten Parlamentariern von besagter Liste selber sexuelle Belästigung u.a. vorgeworfen wurde.

P.S.: Veröffentlicht die Aufnahmen!

Es wäre gut, wenn möglichst bald, die Videoaufzeichnungen der Stupa-Sitzung vom vergangenen Donnerstag auf Freitag online verfügbar gemacht würden. (Vor über einem Jahr war beschlossen worden, die Stupa-Sitzungen aufzuzeichnen und jeweils nachträglich im Netz zur Verfügung zu stellen. Seitdem wird zwar fleißig gefilmt, aber von einem Portal auf dem die Aufnahmen zur Ansicht stünden, ist noch nichts zu sehen.) Insbesondere innerhalb von Entwicklungen wie der aktuellen wäre es nötig, dass das Material veröffentlicht wird, damit sich potentiell alle ein eigenes Bild von den Vorgängen machen kann…

Edit (01.05.12): Über die Seite des Stupa-Präsidiums ist die erste Aufzeichnung einer Stupa-Sitzung, nämlich der  vom 05.04.12 online auf der Plattform lecture2go.

Trotz alledem und gerade deshalb: Der neuen AStA-Koalition eine solidarische Zusammenarbeit, starke Nerven und gutes Gelingen!

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Fotos: In Moorburg, um Moorburg und um Moorburg herum

Saturday, 11. February 2012 17:00

Die Inbetriebnahme des monströsen Kohlekraftwerks in Hamburg Moorburg, das dort seit 2007 von Vattenfall Europe gebaut wird, verzögert sich ja, wie Anfang des Jahres bekannt wurde, glücklicherweise (bis voraussichtlich mindestens 2014), da der in den Dampfkesseln verbaute Stahl schon ohne Druck Risse zeigte und die jetzt geflickt werden müssen.

In Moorburg gibt es aber auch jenseits des Kraftwerks viel zu sehen und zu entdecken. Der Verein elbdeich organisiert bspw. regelmäßig Konzerte und Ausstellungen und ist stadtpolitisch aktiv. (Aktueller Tipp: Bis zum 19.Februar kann in der Pausenhalle des Vereins eine Ausstellung zum 50. Jahrestag der Flutkatastrophe von 1962 besichtigt werden.)

Hier einige winterliche Fotos unter dem Motto “In Moorburg, um Moorburg und um Moorburg herum”:

Update: NDR Info hat im Januar eine interessante 30-minütige Radioreportage über Moorburg ausgestrahlt – “Moorburg steht noch – Leben im Hafenerweiterungsgebiet” –, die man über die ARD Mediathek nachhören kann. (Danke, Tim)

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Cannabisplantage im Hamburger Polizeipräsidium

Thursday, 9. February 2012 11:32

Schon gehört / gelesen? Die Hamburger Polizei betreibt seit April 2011 im Keller des Polizeipräsidiums eine Cannabisplantage – angeblich zu “Forschungszwecken” (vgl. Morgenpost vom 07.02.2012 und Abendblatt vom 08.02.2012).

Ich vermute ja, dass diese Meldung im Zusammenhang mit der aktuellen Personalwerbekampagne “Gesucht! Gefunden!” steht, bei der “smarte Twens von frechen Werbeplakaten” und aus einem hippen Werbespot lächeln. Die Perspektive, irgendwann einmal in der Forschungsabteilung der Hamburger Polizei Beschäftigung zu finden, kommt für einen Großteil der Zielgruppe der Kampagne sicher nicht unattraktiv daher.

 

“Gesucht! Gefunden!”

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Fotos: Hamburger Hafen im Winter

Tuesday, 7. February 2012 14:06

Der Hamburger Hafen mit der eisbedeckten Elbe und den Hafenkränen bietet aktuell bei klirrender Kälte und klarer Luft eine Vielzahl von Motiven. Hier zeige ich drei Fotos, die in der Nacht auf den bzw. am frühen Morgen des 4.Februar vom Anleger des Museumshafens Oevelgönne aus entstanden sind:

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Sehenswerte Doku: “Kaufen für die Müllhalde”

Thursday, 26. January 2012 19:31

Auf arte lief vorgestern der großartige Dokumentarfilm “Kaufen für die Müllhalde”, siehe dazu auch den Artikel “Atypische Glühbirnenfilme” von Helmut Höge (junge welt, 22.11.2011), der als Glühlampen-Historiker in dem Film auftaucht.

Wer noch nicht weiß, was es mit “geplanter Obsoleszenz” auf sich hat und was man tun kann, wenn der (Epson-)Drucker plötzlich den Geist aufgibt und nach einem Techniker ruft, möge sich die 75-minütige Doku anschauen:

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Nur eine Pflanze – eine Geschichte über Cannabis für Kinder

Friday, 23. September 2011 23:26

Beim Durchsehen alter Dateien bin ich über etwas gestolpert, das mir eine “Neuauflage” wert zu sein scheint, nämlich die Übersetzung eines empfehlenswerten Buches über Cannabis für Kinder: “It’s just a Plant – a children’s story about marijuana” von Ricardo Cortes.

Vor ein paar Jahren war ich auf das Buch gestoßen und hatte es als Herbert Gaertner ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung ist seitdem auf der Seite www.nureinepflanze.de.vu online. Durch die Unterstützung eines Kollegen gibt es dort auch eine französische Version des Buches.

Die deutsche Übersetzung des Buches als PDF gibt es jetzt auch hier: “Nur eine Pflanze – eine Geschichte über Cannabis für Kinder”.

Kein Spiel in der abstinenzdogmatischen Liga

In der gedruckten Ausgabe des Buches schreibt Marsha Rosenbaum (Leiterin des Safety First Project (einem drug education project für Eltern) der Drug Policy Alliance, einer NGO mit Sitz in New York, die sich für ein Ende des “War on Drugs” einsetzt) darüber, wie schwierig es für Eltern ist, mit ihren Kindern einen vernünftigen Umgang mit dem Thema ‘(illegale) Drogen’ zu finden. In der Mainstream-Drogenliteratur wird in der Regel die Gefährlichkeit aller illegalen Drogen, insbesondere die von Cannabis, (über-)betont und eine strikte Abstinenzorientierung als einzig richtige Antwort propagiert.
“It’s just a plant” spielt nicht in der abstinenzdogmatischen Liga, sondern transportiert zwei zentrale Botschaften: Cannabis hat eine lange Geschichte und eine Vielzahl von Verwendungen und während Erwachsene es verantwortlich verwenden können, ist es nichts für Kinder.

Neuauflage des Buches zu Halloween

Eine überarbeitete 3. Auflage des Buches wird zu Halloween diesen Jahres veröffentlicht. Vorbestellungen können für 20 $ (derzeit ca. 15 €) über die Homepage zum Buch aufgegeben werden. Eine lohnenswerte Investition, wie z.B. auch die Kommentare bei amazon.com zeigen.

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Drogentage in der Mopo oder Wieviel lässt sich Hamburg das Verbot von Cannabis pro Jahr kosten?

Thursday, 22. September 2011 23:42

Titel der Print-Ausgabe der Mopo vom 22.09. - "Marihuana..." Die Mopo macht gerade Cannabis-Themenwoche: Gestern wurde mit der Zahl von 100.000 Kiffern in Hamburg getitelt: “So bekifft ist Hamburg”. (Wobei man schon zum ‘Kiffer’ wurde, wenn man nur 1x innerhalb des letzten Jahres Cannabis zu sich genommen hat, aber gut.) Und heute wieder eine Gras-Titelstory: “Marihuana – Warum so viele Hamburger es rauchen – Was die Polizei macht”.

Darüber, was die Polizei denn nun macht, erfährt man im Artikel eigentlich gar nichts. Dort heißt es dazu nur lapidar: „Wie werden Kiffer bestraft? – Meist gar nicht.“ Nur: „Dealer können mehrere Jahre hinter Gitter kommen.“ Aber wie sie dahin kommen und was das kostet? Mopo, wir sind gespannt! Jetzt wären in einer nächsten Ausgabe Infos darüber interessant, was das für einen Umfang an polizeilicher und richterlicher Arbeitskraft in Anspruch nimmt, wie viele Verhaftungen, (fallen gelassene und durchgesetzte) Anzeigen und nicht zuletzt welchen finanziellen Aufwand die Durchsetzung des Betäubungsmittelgesetzes in seiner aktuellen Form für die Stadt Hamburg bedeutet.

In Bezug auf Deutschland gibt es da nicht viel Material. Nach dieser “Schätzung der Ausgaben der öffentlichen Hand durch den Konsum illegaler Drogen in Deutschland” von 2010 geht es  jedenfalls um Milliarden Euro. Und die werden zu einem übergroßen Teil für den ganzen Strafverfolgungsaufwand ausgegeben. Was ist mit Hamburg?

Der Senat wollte doch sparen… Mach’ doch mal jemand eine kleine Anfrage zu dem Thema, oder gibt es da schon einen Stand?

Der sogenannte ‘Krieg gegen die Drogen’ ist ein Krieg gegen Menschen

Zum Vergleich schon mal: Die Zahl der Verhaftungen wegen sogenannter marijuana-related offenses [Delikt, Straftat, Vergehen, Verstoß] lag in den USA im Jahr 2010 laut dem aktuellen Crime Report des FBI bei 853.838. Das sind im Durchschnitt 2300 Verhaftungen, die im Zusammenhang mit Cannabisprodukten wie Haschisch oder Gras/Marijuana pro Tag oder knapp 100 pro Stunde. Seit dem Jahr 2000 waren es ca. 7,9 Millionen. (via AlterNet, Vgl. Encod + Hanfplantage + CopsSayLegalize (LEAP))

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Keine Konsumentenkredite mehr in Hamburg

Monday, 12. September 2011 12:48

Die Wirtschaftskrise schlägt durch. Auf eine erschreckende Entwicklung in diesem Zusammenhang macht die Hamburger Sparkasse derzeit auf ihren Kontoauszugsdruckern aufmerksam:

“Keine Bank in Hamburg vergibt mehr Konsumentenkredite.”

Aus unerfindlichen Gründen blicken die dahinter abgebildete Trias aus Pferd, Frau und Mädchen zufrieden und erfreut in die Kamera. Vielleicht haben sie die Aussage auch missverstanden oder wissen (noch) gar nichts von ihr…

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Luftaufnahmen von der Katastrophe im Golf von Mexiko – This is what capitalism looks like…

Thursday, 1. July 2010 13:19

Hier ein drastisches Youtube-Video aus der vergangenen Woche, das Luftaufnahmen der Katastrophe im Golf von Mexiko, zwei Monate nach der Explosion der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” zeigt:

Siehe dazu auch den Telepolis-Artikel “17 Meilen vor der Küste gibt es kein klares Wasser mehr” vom 01.07.2010 und den absolut lesenswerten Blog http://bpoilslick.blogspot.com/ in dem seit Mai diesen Jahres über 100 Posts veröffentlicht wurden.

Qualitativ hochwertige Fotos des Desasters (Stand: 12.Mai 2010) liefert boston.com.

Hurricane Creekkeeper fragt in seinem Blog zu Recht:

“Have we all become so complacent, so apathetic that we no longer regard nature, life… human life, with enough regard to fight for it? What more must it take to outrage this nation??”

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Impressionen aus dem Hamburger Hafen, feat. Kohlekraftwerk Moorburg (Dez. 2009)

Sunday, 28. February 2010 3:15

Hier eine Foto-Collage mit Motorgeräuschen: Es geht in dem 1-minütigen Video vom steinkohlebefeuerten Heizkraftwerk Wedel, das 1961 bis 1965 gebaut wurde und dessen Stillegung für 2011 geplant ist, zur Baustelle des monströsen Ersatzes in Moorburg, der derzeit im Auftrag von Vattenfall hochgezogen wird und mit dem hochaktuellen Brennstoff Kohle betrieben werden soll…

Für die Proteste gegen die geplanten “Kollateralschäden” durch den Bau der Fernwärmetrasse quer durch Altona, siehe http://www.moorburgtrasse-stoppen.de/

Die Motorgeräusche wurden am 12.12.2009 von der Antoinette eingespielt und von mir aufgezeichnet.

Download: Moorburg Motor

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