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Schlüsselübergabe? – Niemals! – Ein kleines Medley à la Orwell

October 10th, 2007 · 1 Comment · Politisch, Überwach

Dass das Internet immer stärker ins Visier der sicherheits- bzw. innenpolitischen Paranoiker aus aller Welt gerät – Herr Schäuble ist da sicherlich ein krasser Vertreter, aber sicherlich nicht der einzige.Bei all dem Scheiß, der momentan im Namen der (Staats-)Sicherheit im Rahmen des “War on Terror” an neuen Vorschlägen und schon realisierten Gesetzen in die Welt gesetzt wird, komme ich nicht umhin auch mal etwas dazu zu schreiben.

Netzpolitik.org war für mich in der letzten Zeit immer eine reiche Quelle für Nachrichten zu dieser Thematik (z.B. hier). Dort konnte man z.B. von einer Geschichte aus Dänemark erfahren, die so geht: Weil der dänische Geheimdienst sich nicht dazu in der Lage sieht, all die Daten, die durch die Vorratsdatenspeicherung der Verbindungsdaten der einzelnen Internet-User anfallen, auszuwerten, sollen jetzt private Firmen diese Arbeit übernehmen. Nicht nur Krieg, Bildung und Wasser wird jetzt privatisiert, sondern auch die Geheimdienste. Super! Ob das auch schon im GATS geregelt ist?

Und der Zoll startet auch schon mal seine Onlinedurchsuchungen – oder auch nicht

Auch in Großbritannien sind die Strafverfolgungsbehörden krass drauf, so berichtete golem.de z.B., dass man dort nach einem zum 1.10. neu eingeführten Gesetz zwischen zwei und fünf Jahren Gefängnis riskiert, wenn man einen Schlüssel/ein Passwort, der/das für die Entschlüsselung von verschlüsselten Dateien (oder einer Festplatte) nötig ist, nicht herausgibt! Vergessen soll angeblich auch nichts bewirken können! . . .

Das “Beste” zum Schluss: Netzpolitik und der Tagesspiegel berichteten davon, dass das Bundeskriminalamt zwischen dem 28. März und dem 18. April die IP-Adressen der Besucher der Seite zur ‘militanten Gruppe‘, diesem gefährlichen Nachfolger der RAF, der momentan ganz Deutschland in Angst und Schrecken versetzt, gespeichert hat um über die Provider (ein Dank an die Möglichkeiten der Vorratsdatenspeicherung) die Identität der Besucher herauszufinden… Doch gegen diese Praxis wurde geklagt und sie wurde vom Amtsgericht Berlin Mitte als rechtswidrig eingestuft.

Wer sich die Homepage des BKA oder das Anarchist Cookbook angucken möchte, ohne gleich im Verdacht zu stehen ein Terrorist zu sein, könnte sich eines Tools zur Anonymisierung des Datenverkehrs wie z.B. Tor (The Onion Router) bedienen, das mittlerweile unkompliziert zu installieren und sehr funktional als Vidalia-Paket downzuloaden ist. (Mehr Informationen dazu wie Tor funktioniert etc. finden sich z.B. hier bei Wikipedia) Hundertprozentige Sicherheit bietet Tor sicherlich auch nicht, aber besser als nix ist er allemal. Was ansonsten alles an Daten von bzw. Informationen über einen bekannt ist wenn man im Internet surft, kann man z.B. über den Anonymitätscheck bei gulli.com herausfinden.

Wer sich weitergehend mit dem Thema “Sicherheit im Internet” beschäftigen will, dem sei die Broschüre “Sicher durchs Netz – Tipps für den Umgang mit Computersicherheit und Internetüberwachung” von den Internationalen Kommunisten, die es z.B. hier als Download gibt, empfohlen.

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